Reverse Charge

Georg Schmidinger am

Bei ChillBill überlegen wir uns laufend, wie wir eure Buchhaltung so einfach wie möglich gestalten können. Zusätzlich wollen wir mit unseren wöchentlichen Steuertipps Wissenswertes zu relevanten Themenbereichen liefern. Diese Woche sehen wir uns das Reverse Charge Verfahren etwas genauer an.

Was ist ein Reverse Charge Verfahren?

Grundsätzlich gilt, wer etwas verkauft ist umsatzsteuerpflichtig. In Österreich macht diese Steuer 20% des Nettobetrags aus. Um grenzüberschreitende Dienstleistungsgeschäfte im B2B-Bereich zu vereinfachen, gibt es das Reverse Charge Verfahren. Reverse Charge heißt, die Steuerlast geht vom Lieferanten auf den Kunden über. Es hilft vor allem den Finanzbehörden, da sie keine Umsatzsteuer von ausländischen Unternehmen eintreiben müssen.

Wenn du Lieferant bist:

Du bist in diesem Fall weder steuerbar, noch steuerpflichtig. Das heißt, dieser Umsatz scheint nicht in deiner Umsatzsteuervoranmeldung (UVA) auf. Die Steuerschuld geht auf deinen ausländischen Geschäftspartner über. Dieser muss im Rahmen seiner UVA die entsprechende Umsatzsteuer angeben. Falls dieser vorsteuerabzugsberechtigt ist, kann er sie sogleich wieder abziehen. Du musst allerdings eine Zusammenfassende Meldung erstellen und beim zuständigen Finanzamt einreichen.

Wichtig für dich sind folgende Daten auf deiner Ausgangsrechnung:

Wenn du Kunde bist:

Nun bist du derjenige, der die Steuerschuld trägt. Dazu musst du den entsprechenden Umsatzsteuerbetrag für die gelieferte Leistung (meist 20%) in deiner UVA angeben. Falls du vorsteuerabzugsberechtigt bist, kannst du diesen Betrag auch gleich als Vorsteuer geltend machen. Somit ergibt sich ein Nullsummenspiel für dich.

Ein Beispiel:

Eine österreichische Visagistin erbrachte Dienstleistungen für ein Unternehmen in Deutschland. In diesem Fall geht die Steuerschuld auf das Unternehmen in Deutschland über. Das deutsche Unternehmen hat als Kunde die entsprechende Umsatzsteuer in Höhe von 19 % zu zahlen und muss diese in seiner UVA ausweisen. Sollte ein Vorsteuerabzug möglich sein, richtet sich dieser nach den deutschen Vorschriften. Die österreichische Visagistin muss als Lieferant auf der Reverse Charge Rechnung die UID-Nummern der beiden Unternehmen, den Nettobetrag, sowie einen Hinweis zur Umkehr der Steuerschuld angeben.

„Gestern hast du heute gesagt.”

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