Lohnnebenkosten in Österreich für 2017

Sandra Herzog am

Dein Unternehmen wächst? Du brauchst (neue) MitarbeiterInnen? Damit du genau weißt, welche Personalkosten auf dich zukommen, findest du hier eine Übersicht der wichtigsten Lohnnebenkosten. Zu Beginn sehen wir uns ein Beispiel an, danach schlüsseln wir dieses Beispiel auf. Am Ende werfen wir einen Blick auf Förderungen und erlaubte Tricks.

Beispiel - 2.500 € Brutto

Angenommen du hast ein Start-up in Wien und stellst einen Online-Marketing Experten an. Du zahlst ihm 2.500 € Brutto. Welche Kosten entstehen dann zusätzlich?

Kosten in Höhe von in Euro
Bruttogehalt 100 % 2.500 €
Dienstgeberanteil zur Sozialversicherung (DB zur SV) 21.48 % 537 €
Kommunalsteuer (KommSt) 3 % 75 €
Dienstgeberabgabe (DGA) 2 € pro Woche 8 €*
Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds (DB zum FLAF) 4,10 % 102.50 €
Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag (DZ) 0.40 % 10 €
Abfertigungskosten für Abfertigung “neu” bzw. Betriebliche Mitarbeitervorsorgekasse 1.53 % 38.25 €
**Lohnnebenkosten (LNK) ** 30.83 % 770.75 €
Gesamtkosten 130.83 % 3.270.75 €

Gesamt musst du in diesem Beispiel zum Bruttolohn nochmals 770.75 € im Monat dazurechnen.

Lohnnebenkosten für Österreich im Detail

Auf das laufende Monatsgehalt ist für Angestellte & Arbeiter 21,48%, für Lehrlinge 15,43% zu entrichten. Bei ersteren verringert sich der Anteil auf 20,98% bei Sonderzahlungen (das sind der Urlaubszuschuss und die Weihnachtsremuneration, also das 13. und 14. Gehalt). Wenn das Monats-Bruttogehalt EUR 4.980,- übersteigt, musst du für den übersteigenden Betrag keinen Dienstgeberanteil zur Sozialversicherung mehr leisten.

Die KommSt in Höhe von 3% ist ebenfalls vom laufenden Bezug bzw. von der Sonderzahlung zu berechnen.

Wenn du einen Mitarbeiter in Wien beschäftigst (ausgenommen freie Dienstnehmer), musst du auch noch die so genannte „U-Bahn-Steuer“ entrichten, die EUR 2,- pro angefangener Woche & Arbeitnehmer ausmacht. Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds (DB zum FLAF) Hier gilt genauso wie bei den vorherigen Kostenarten, dass der Beitrag auf laufende Bezüge & Sonderzahlungen zu leisten ist – und zwar in Höhe von 4,1%.

Je nach Bundesland ist dieser Aufschlag auf den DB zum FLAF unterschiedlich hoch. Am wenigsten zahlen oberösterreichische Unternehmen (0,36%), am meisten burgenländische (0,44%). Ansonsten gilt: Steiermark & Vorarlberg: 0,39% Wien & Niederösterreich: 0,40% Kärnten: 0,41% Salzburg: 0,42% Tirol: 0,43%

Die Abfertigungskosten betragen 1,53% von den laufenden Bezügen & Sonderzahlungen. Bei der Abfertigung „neu“ sind alle Arbeitnehmer inkludiert, die ihr Dienstverhältnis ab dem 1.1.2003 begonnen haben.

Förderungen und Tricks

Übrigens, es gibt auch verschiedene Unterstützungen für Unternehmen, die diese Kosten mindern. Besonders spannend für Startups, die gerade überlegen die ersten MitarbeiterInnen anzustellen, ist zum Beispiel die Lohnnebenkostenförderung. Außerdem solltest du dir dann ansehen, wie hoch die Löhne und Gehälter insgesamt sind, die du pro Monat bezahlst. Wenn sie nämlich insgesamt weniger als 1.460 € betragen, musst du manche Lohnnebenkosten nicht auf Basis dieses Betrags bezahlen. Dann darfst du dir nämlich 1.095 € (ein so genannter “Freibetrag”) vom Gesamtbetrag abziehen! Nur von diesem geringeren Betrag, wenn überhaupt etwas über bleibt, werden dir die KommSt, der DB zum FLAF und der DZ verrechnet. Auch bei den anderen Nebenkosten gibt es Unterstützungen, z.B. musst du keine DGA für MitarbeiterInnen zahlen, die wöchentlich maximal 10 Stunden arbeiten. Und du kannst Lohnnebenkosten zumindest teilweise umgehen, wenn du deinen MitarbeiterInnen einen Teil des Gehalts als Essensgutscheine auszahlst. Schau dir mal unsere weiterführenden Links an, das ist ein guter Start um weitere Vergünstigungen zu finden.




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