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Georg Schmidinger am

Vor allem im regnerischen Herbst freut man sich über eine gemütliche Heimfahrt mit der Bim anstelle des Fahrrads. Auch die Kosten für die Nutzung des öffentlichen Verkehrsnetzes in Wien sind überschaubar. Noch günstiger fährst du allerdings mit einem Jobticket. Was das genau ist und wie du eines bekommst erklären wir dir in diesem Beitrag.

Dein Jobticket

Seit 2013 können Unternehmerinnen ihren Mitarbeiterinnen steuerfreie Jobtickets zur Verfügung stellen. Darunter fällt grundsätzlich der Weg von deiner Wohnung zum Arbeitsplatz. Für diese Zuwendung muss im Gegensatz zu einem Sachbezug, wie etwa einem Firmenauto zur Privatnutzung, weder Sozialversicherung, noch Lohnsteuer gezahlt werden.

Voraussetzungen

- Keine Gehaltsumwandlung Deine Arbeitgeberin kann dir ein Jobticket als kleine Belohnung für deine Leistungen zahlen, nicht aber als Ersatz für einen Teil deines bisherigen Gehalts. Wenn das der Fall ist, muss diese Zuwendung versteuert werden.

- Nur die Fahrt von Wohnung zum Arbeitsplatz Ein Jobticket gilt grundsätzlich für den Weg von deiner Wohnung zum Arbeitsplatz. Da es bei den Wiener Linien keine klassische Streckenkarte gibt, kann dir deine Arbeitgeberin auch eine Netzkarte kaufen. Darunter fallen Jahres- und Monatskarten, aber auch das Semesterticket für Studierende.

- Rechnungsausstellung auf Unternehmen Um diesen Steuertipp zu nutzen, wendest du dich am besten direkt an die Wiener Linien.

- Bezahlung durch das Unternehmen Für die Steuerfreiheit ist es erforderlich, dass die Arbeitgeberin die Kosten des Fahrausweises direkt an das Verkehrsunternehmen bezahlt.

Dein Vorteil

Gehen wir von einem Bruttogehalt von 2500 € aus. Im folgenden Beispiel zeigen wir dir die Auswirkung einer einmaligen Bonusauszahlung und eines Jobtickets.

Dienstnehmer Bonus Jobticket
Bruttobezug 365,00 € 365,00 €
Sozialversicherung -66,14 € 0,00 €
Lohnsteuer -104,60 € 0,00 €
Nettobezug 194,26 € 365,00 €
Dienstgeber Bonus Gutscheine
Gehaltskosten -365,00 € -365,00 €
Gehaltsnebenkosten -112,82 € 0,00 €
Kosten Dienstgeber -477,82 € -365,00 €

Auswirkung:

Das Beispiel zeigt, dass eine einmalige Gehaltserhöhung in Höhe von 365 € Nebenkosten für die Arbeitgeberin von 112,82 € und Abzüge in Höhe von 170,74 € für die Arbeitnehmerin verursacht.

Kauft deine Arbeitgeberin allerdings eine Jahreskarte für dich, welche du sonst mit deinem laufenden Gehalt bezahlen würdest, entstehen keinerlei Nebenkosten. Dadurch erspart ihr euch gemeinsam mehr als 280 € an Steuern und Sozialversicherung pro Jahr! Die entsprechenden Beträge wurden mit einem Brutto-Netto-Rechner berechnet.

Studierende

Relevant ist dieser Steuertipp auch für geringfügig angestellte Studierende. Diese müssen bis zu einer Höchstgrenze von 415,72 € pro Monat weder Sozialversicherung, noch Lohnsteuer zahlen. Wenn dir deine Arbeitgeberin das Semesterticket kauft, hat dies keine negative Auswirkung auf die Besteuerung deines Gehalts. Schlage am besten gleich vor, einen Bonus in Form eines Semestertickets zu bekommen.

Semesterticket

Jahreskarte

Umsetzung:

Einfach eine Mail an tarif@wienerlinien.at mit der Bitte um Ausstellung eines Jobtickets für das Unternehmen und die betroffene Mitarbeiterin. Die Wiener Linien stellen dir dann eine Rechnung aus. Rechts siehst du ein Beispiel für eine Jahreskarte und ein Semesterticket.

Weitere Infos

ChillBill ist keine Steuerberatung und kann daher auch nur überblickshaft über Steuerthemen informieren, aber keine steuerlichen Ratschläge geben. Bevor du einen unserer Steuertipps anwendest, prüfe anhand der angegebenen Quellen, ob der Tipp noch aktuell ist und ob er für deine Situation anwendbar ist. Oder noch besser: Wende dich an die Steuerberatung deines Vertrauens.

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