Wie kann ich mein Home-Office steuerlich absetzen?

Georg Schmidinger am

Von Zuhause arbeiten spart oft Zeit und damit Geld. Somit ist deine Wohnung aber nicht mehr nur Privatbereich, sondern Teil deines Berufs. Die Miete für Büroräumlichkeiten sind betriebliche Aufwendungen. Aber wie sieht es mit deinem Arbeitszimmer aus? Welche steuerlichen Absetzmöglichkeiten gibt es für dich? Welche Voraussetzungen musst du erfüllen? Wir geben dir einige Antworten auf diese Fragen.

Allgemein

Ein Home-Office ist ein Arbeitszimmer mit Wohnraum- oder Bürocharakter in der eigenen Wohnung. Ist dein Arbeitszimmer aufgrund der Ausstattung ohnehin nicht für die private Nutzung geeignet, kannst du die anteiligen Kosten sofort als Aufwand absetzen.

Beispiele: Werkstatt, Ordinations- und Therapieraum, Aufnahmestudio.

Wer verwendet ein Home-Office?

Ein derartiger Arbeitsplatz wird meist von Selbstständigen, Freiberuflern und Freelancern in Anspruch genommen. Erfüllt dein Arbeitszimmer die im folgenden Teil erklärten Voraussetzungen, kannst auch du die anteiligen Kosten als Ausgaben geltend machen. Dadurch verringerst du deinen Gewinn und in weiterer Folge deine Einkommenssteuer.

Voraussetzungen:

Folgende Voraussetzungen müssen gegeben sein, um dein Home-Office steuerlich absetzen zu können.

1. Das Home-Office muss unbedingt notwendig sein Stellt dir dein Auftraggeber einen Arbeitsplatz in seinem Unternehmen zur Verfügung, kannst du die Kosten für dein Home-Office nicht steuerlich absetzen. Hast du diese Option nicht, erfüllst du schon einmal die erste Voraussetzung. Beispiel: Als Grafiker erstellst du Werbematerialien in deinem Arbeitszimmer.

2. Das Home-Office muss den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit bilden Hier wird beurteilt, ob dein Arbeitszimmer den Mittelpunkt deiner Tätigkeit darstellt. Entscheidend ist hier das Berufsbild. Für einen Lehrer ist das Arbeitszimmer nicht der wesentliche Tätigkeitsmittelpunkt. Für einen selbstständigen Software-Entwickler kann das schon der Fall sein. Weitere Beispiele findest du auf der Seite der WKO.

3. Das Home-Office wird ausschließlich beruflich genutzt Es ist ein seperates Arbeitszimmer notwendig, das vom restlichen Wohnraum abgegrenzt ist. Ein Schreibtisch im Wohnzimmer kann also nicht steuerlich abgesetzt werden.

Was kann abgesetzt werden?

Die Höhe der abzugsfähigen Kosten berechnet man im Verhältnis zur Gesamtnutzfläche der Wohnung, vor allem hinsichtlich Mieten und Betriebskosten.

Gesamtnutzfläche in m² 150
Anteil Home-Office in m² 15
Anteil in % 10
  Gesamt Home-Office 10%
Miete 2.000 € 200 €
Betriebskosten 300 € 30 €

Vorsteuerabzug

Wenn du vorsteuerabzugsberechtigt bist, kannst du die anteilige Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen. Voraussetzung sind die Notwendigkeit und nahezu ausschließlich berufliche Nutzung (Punkt 1 + 3). Nicht aber der Mittelpunkt der Tätigkeit (Punkt 2).

Beispiel: Deine Wohnung hat eine Gesamtnutzfläche von 100 m², davon entfallen 15 m² auf dein Arbeitszimmer. Der Vorsteuerabzug beträgt 15% der für diese Wohnung bezahlte Umsatzsteuer.

ChillBill ist keine Steuerberatung und kann daher auch nur überblickshaft über Steuerthemen informieren, aber keine steuerlichen Ratschläge geben. Bevor du einen unserer Steuertipps anwendest, prüfe anhand der angegebenen Quellen, ob der Tipp noch aktuell ist und ob er für deine Situation anwendbar ist. Oder noch besser: Wende dich an die Steuerberatung deines Vertrauens.

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